Toxische Positivität: Wie Du bei Energieräubern in Deiner Mitte bleibst
- Sabrina Kubitschko
- 22. Okt. 2025
- 3 Min. Lesezeit
Aktualisiert: 9. Apr.
Vielleicht kennst Du das…
Da ist diese eine Person um Dich herum, die Dir immer wieder Energie raubt.
Durch diese übertriebene Positivität, die man kaum aushalten kann.
Und schon bist Du wieder dabei, Dich zu erklären. Dich anzupassen. Dich klein zu machen.
Kennst Du dieses Ziehen im Bauch, wenn Du spürst: „Oh nein, schon wieder diese Situation…“?
Heute schauen wir uns genau an, was da passiert – und wie Du in solchen Momenten bei Dir bleiben kannst, ohne dass es Dich aufzehrt.
Die Geschichte von Anna
Anna war den Sommer über in einem Ferienlager aktiv.
Dort begegnete sie Sylvia – einer Teamleitung, deren Positivität Anna wirklich ausgelaugt hat.
Für Sylvia war „alles top, alles besser, alles schöner“.
Jedes Gespräch fühlte sich für Anna an, wie ein ständiges Übertrumpfen.
Dieses Verhalten raubt Energie.
Weil Du nie wirklich fühlen darfst, was Du fühlst.
Und genau das zermürbt auf Dauer.
Was steckt dahinter?
Menschen wie Sylvia handeln oft aus eigenen Verletzungen oder alten Mustern.
Ihr Verhalten hat wenig mit Dir zu tun, auch wenn es sich manchmal so anfühlt.
Toxische Positivität kann sogar eine Folge von Traumata sein:
Sie drängt uns dazu, immer positiv zu sein, überrollt unsere eigenen Gefühle und lässt uns unsichtbar fühlen.
Beispiel:
Du hast Deinen Lieblingsjoghurt im Supermarkt nicht bekommen.
Du erzählst es, und die Reaktion kommt:
„Ja, blöd gelaufen – aber hey, es gibt viel Schlimmeres!“ Stell Dir die Kinder in Afrika vor! Komm, richte Deine Krone und weiter geht’s! Woooohooo, heute ist so ein toller Tag!“
Kennst Du dieses Gefühl?
Du wirst nicht ernst genommen. Deine Gefühle zählen nicht.
Und das, obwohl Deine Enttäuschung völlig legitim ist.
Echte Positivität – der Unterschied
Echte Positivität drängt nicht. Sie bewertet nicht.
Sie ist einfach da, unterstützt, lässt Dein Herz öffnen.
Beim Joghurt-Beispiel:
„Ich kann verstehen, dass Du enttäuscht bist. Leider gibt es den Joghurt nicht, aber wie wäre es, wenn wir heute zusammen ins Lieblingsrestaurant gehen?“
Du spürst sofort den Unterschied, oder?
Echte Positivität macht Dich nicht klein.
Sie lässt Dich verstanden fühlen.
Die Strategien – bei Energieräubern bei Dir bleiben
Ich habe meine Erfahrungen in 4 konkrete Schritte gepackt – keine Quickfixes, aber sofort anwendbar.
1️⃣ Eigener Energiehaushalt & Selbstfürsorge
Wenn Dein Umfeld viel Energie kostet, lade Deinen Speicher bewusst vor und nach dem Treffen auf.
Mach dazu eine Liste mit Dingen, die Dich nähren und die Du dann umsetzt:
Busfahren? ✔
Lieblingsserie schauen? ✔
Spaghetti essen? ✔ 🍝
Kreire Deine eigene kleine Energie-Batterie – Dein Nervensystem wird es Dir danken.
2️⃣ Mini-Unterbrechungen
Wenn es zu viel wird: Unterbrich kurz.
Geh raus.
Atme tief durch.
Finde Deinen Rückzugsort (ja, auch die Toilette 😉).
Kleine Übungen wie der Butterfly Hug (lege Deine Hände überkreuzt auf Deine Schultern und beginne, sie abzuklopfen) beruhigen sofort Dein Nervensystem.
Mach Deine kleine Mini-Auszeit, wann immer nötig.
3️⃣ Grenzen setzen
Wenn es intensiver wird:
Unterbrich Gespräche
Verkürze Dauer
Wechsel bewusst das Thema
Du bist nicht der emotionale Mülleimer anderer Menschen.
Schöne Sätze können sein:
„Danke, das ist Dein Weg – ich mache es anders.“
„Gut, genug darüber gequatscht, wechseln wir das Thema.“
Keine langen Erklärungen. Keine Rechtfertigungen. Deine Energie bleibt bei Dir.
4️⃣ Selbstreflexion
Jede Situation kann ein Spiegel Deiner inneren Welt sein.
Frage Dich später in Ruhe die sogenannten Warum-Fragen.
Stell Dir hierzu Deine Warum-Frage, notiere Dir Deine Antwort und stelle Dir dann wieder die nächste Warum-Frage:
„Warum triggert mich z.B. Sylvia so sehr?“ - Weil sie immer so übertrieben positiv ist.
„Warum stört mich die Positivität?“ - Weil ich das nicht authentisch finde!
„Warum ist mir Authentizität so wichtig?“ - Weil das einer meiner Grundwerte ist.
Und zack – Du bist näher am Pudels-Kern, an Deiner Wahrheit.
Worte zum Schluss
Du siehst: Energie-Räuber begegnen Dir überall.
Aber Du kannst lernen, bei Dir zu bleiben, Dich abzugrenzen und Deine Energie bewusst zu steuern.
Wenn Du das noch klarer und körperlich spürbar üben möchtest, habe ich etwas für Dich:
Hier lernst Du:
Deine Grenzen bewusst wahrzunehmen
Sie zu fühlen und zu verankern
In Alltagssituationen souverän umzusetzen
Es ist praxisnah, Schritt für Schritt, ohne Theorie-Overload.
Damit Du nicht nur weißt, dass Du Deine Grenzen schützen kannst – sondern es auch wirklich tust.


